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'Live ... In Dinky Town' in Michael's Worten:
Vor einigen Monaten besuchte mich mein Sohn und brachte eine Bob Dylan
Dokumentation mit, die er im Fernsehen aufgenommen hatte. Wie auch sämtliche
Beatles Dokumentationen mit einem s/w Schwenk über den Mersey und
die Liverpooler Docks beginnen, startete diese mit altem Filmmaterial
von Hibbing, Minnesota aus den späten 40ern/frühen 50ern, die
einem ein Gefühl dafür geben sollten, auf welchen Straßen
sich der junge Robert Zimmerman bewegt hatte. Der Film fängt an zu
flackern und fährt schnell über Autos und die Leute scheinen
aus der Vergangenheit zu stammen. Dann erzählt die Stimme eines Erzählers
dröhnend die Geschichte dieser kleinen, trüben Stadt und wie
Dylan's Eltern dorthin zogen, damit Abe, Dylan's Vater, zusammen mit seinen
Brüdern ein Möbel- und Ausstattungsgeschäft betreiben konnte.
Der Erzähler sprach auch von einer Gegend, die Dinky Town genannt
wird. ... Das ungewöhnliche Viertel von Hibbing, in das es den jungen
Bob zog, der von den vielfältigen und abscheulichen Charakteren dieses
Teils der Stadt fasziniert war. ... Musiker, Schauspieler, Betrunkene,
Prostituierte, Drogenhändler, Hausierer, die Mittellosen, die Träumer
und die Ruinierten. Vielleicht war Hibbing abgestumpft, aber in Dinky
Town war das eine andere Geschichte. Auch wenn ich niemals in "Bobs"
Dinky Town gewesen bin, noch jemals in Hibbing, Minnesota, habe ich doch
auf meinen Wegen durch Europa und Amerika viele "Dinky Towns"
gesehen. Ich bin in ihnen aufgetreten, verlor mich in ihnen, betrank mich
in ihnen und wurde auch aus 1 oder 2 von ihnen herausgeworfen. ... auch
alle Songs des Albums wurden in ihnen aufgenommen. Es ist eine Auswahl
von Live-Songs verschiedener Akustik-Aufritte und Radio-Shows, die während
der letzten fünf Jahre aufgenommen wurden; die meisten in kleinen
Clubs und Studios. Alle Songs wurden auf einer Akustik-Gitarre geboren
und mit dem Album und auf den hunderten Solo-Shows, die ich in dieser
Zeit gespielt habe, haben sie auch dorthin zurückgefunden. Meine
eigenen Unzulänglichkeiten sind hier für jeden sichtbar und
ich bin den anderen Musikern, die geholfen haben, sie zu überspielen,
sehr dankbar. Dennoch ist dieses Album eine besondere Angelegenheit und
irgendwann muss sich ein jeder die Blöße geben. Danke für's
Zuhören. Wir sehen uns wieder ."in einer Dinky Town in deiner
Nähe" MWK
Biografie
Als Lead-Sänger/Songwriter von Britains führender "Alt.
Country" Band, The Good Sons, hat Michael Weston King im Alleingang
mehr als jeder andere dieses Genre im U.K. verbreitet. Seine Band war
die erste britische Gruppe, die von Glitterhouse Records gesigned wurde
und für das sie drei gefeierte Alben aufnahmen. Widerrum als erste
britische Band unterschreibt die Gruppe später bei Watermelon Records
aus Austin, Texas. Der vorrangigen Konzentration auf die Band wurde in
der letzten Hälfte '98 ein jähes Ende gesetzt, die sich zu einem
wahren Alptraum entwickelte. Ein tragischer Autounfall während ihrer
Deutschland-Tour beförderte Michael ins Krankenhaus und zertrümmerte
die Ausrüstung der Band vollständig. Eine unglaubliche Pannenserie
und abgesagte Gigs führten die Band nahezu in den finanziellen Ruin
(Für ihren Auftritt auf dem Glastonbury Festival mussten sie sich
die Ausrüstung borgen.). Hinzu kam, dass sich der sprunghafte Gitarrist
der Band kurzfristig entschloss nach Italien zu ziehen. Zu guter Letzt
meldete ihr amerikanisches Label Bankrott an und ihr Management (das sie
mit Nick Cave teilten) trennte sich von der Band. ...und noch tragischer
endete auch Michael's elfjährige Ehe. Zur Jahreswende fand sich Michael
in der Weihnachtszeit in Genf wieder und versuchte dort, auf die einzige
ihm bekannte Art und Weise die Erlebnisse der vergangenen sechs Monate
zu verarbeiten ... durch seine Songs. Aus großen Tragödien
entwickelt sich oft ungeahnte Kreativität und Ende Januar fand er
sich schließlich nur von einem Pianisten und Cellisten begleitet
im Studio wieder und nahm dort sein späteres Debut-Solo-Album "God
Shaped Hole" auf. Nach den Ereignissen der vorangegangenen Jahre
nicht unbedingt überraschend wurde das Material sehr düster
und schwer; vor allem wohl durch die zerbrochene Ehe Michaels. Zudem findet
sich auf dem Album eine ganz besondere Homage an Townes Van Zandt, die
er in Austin, Texas geschrieben hat; ein Video der Beerdigung dieses großen
Mannes sehend. Neben acht komplett neuen Songs beinhaltet das Album auch
zwei Interpretationen großer Einflüsse von Michael; "No
More Songs" von Phil Ochs und "Annie" von Ronnie Lane.
1999 veröffentlicht, wurde das Album umgehend von den Kritikern als
intensives, dunkles Werk mit spärlichen Arrangements, deren schmerzliche
Texte durch die düstere Stimmung der Cellos perfekt verstärkt
werden, gewürdigt. "Ähnlich Phil Ochs und Townes Van Zandt
verwandelt King sein Leid und seine Wunden in wahres Gold ... sein Handwerk
baut auf seinem eigenen Unglück auf. "God Shaped Hole"
weicht ohne die geringste falsche Note zu keiner Zeit von seiner zielstrebiger
Intensität ab. Ein Klassiker, aber zu welchem Preis?" Nach 18
monatigen Solo-Auftritten in ganz Europa, rief Michael die Good Sons im
April 2000 für eine kurze U.K.- Tour wieder zusammen. Im Juli gleichen
Jahres schlossen sie einen neuen Plattenvertrag ab, bereits neue Songs
für ihr viertes Album "Happiness" im Studio aufnehmend.
Abgesehen vom Pedal Steel Einsatz ist es das letzte Album der Band, das
als "Country" bezeichnet werden kann und auf den eher englischen
Pop Songwriting Stil eines Elvis Costello zurückgreift. Das Album
enthält auch Spuren des swampy Blues von Daniel Lanois oder J.J.Cale,
wie auch den akustischen Singer-/Songwriter Stil von Neil Young und Townes
van Zandt, aber auch eine düstere Cello-Reflektion eines Tim Hardin.
"Happiness" wird derzeitig von Kritikerlob überschüttet
und hält Einzug in zahllose Playlisten. Michael wird mit der Band
zunächst durch Europa touren und 2002 dann seine Aufmerksamkeit auf
Amerika richten.
Discographie (Auszug):
- "Live ... In Dinky Town" (Twah! 121)
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